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Chile

Cochamo

CHILI CON CARNE

…gab es bei uns leider nicht. Meistens ernährten wir uns von Travel lunch und Dosen. Doch die bis über 1000m hohen Granitwände welche das Cochamo-valley in Chile umsäumten machten dies alles vergessen.


Ich weiß noch genau, wie wir uns das erste Mal den Weg zum Felsen erkämpften, wie erschöpft wir waren als wir endlich am Wandfuß ankamen, wie uns die Wasserrinnen und Off-widths alles abverlangten und wie unbeholfen wir uns zu Beginn anstellten.

Doch an was ich mich auch erinnere ist wie überragend die Felswände vor uns empor schossen, als wir in der Früh die Augen öffneten. Wie faszinierend der Anblick des Sonnenaufgangs mit 100ten Metern Luft unter einem ist. Wie schön es war in solch einer Einsamkeit an diesen Felsen zu klettern. Es gab einfach alles: von glatt gespühlten Wasserrinnen über Risssysteme bis hin zu kleinsten Messerleisten.
Eine geniale Landschaft, mit noch genialerer Kletterei.

Es hat in diesem Urlaub so einige Schockmomente gegeben: Als wir Beispielsweise warteten bis Babsi und Hansn endlich von ihrer Erstbegehung zurückkamen. Wir saßen am Fuße des Trinidad, es wurde dunkel, wir hatten den ganzen Tag nichts von ihnen gehört und machten uns mit Stirnlampen auf in Richtung „Somedays Twice“ 7c, welche sie an diesem Tag kletterten. Man muss wissen, dass es in dem gesamten Tal keinen Telefonempfang gibt und dass man bei einer eventuellen Verletzung wahrscheinlich mehrere Tage in das nächste Krankenhaus benötigen würde. Nach einer Stunde die uns einfach ewig vorkam und in welcher wir mit dem schlimmsten rechnetet, hörten wir sie endlich rufen, dass alles ok ist und kurz darauf stehen sie zwar ziemlich erschöpft aber vollkommen gesund neben uns.

Ein anderes Mal kamen David und ich nicht vor Dunkelheit ins Lager zurück. Bei Beginn der Dämmerung waren wir gerademal 200m unter dem Wandausstieg. Wir liefen förmlich den Felsen hinauf. Es war zwar nicht schwerer als vielleicht 5, aber wir hatten schon 800m senkrechte Wand bis 8a und ein 30m langes waagrechtes Dach hinter uns. Wir waren müde, hatten die Hilti im Gepäck und kletterten jetzt ohne Zwischensicherungen so schnell wie möglich. Als wir endlich am höchsten Punkt ankamen, war es fast dunkel. Gerade rechtzeitig konnten wir noch die Abstiegsrinne finden und dann verschluckte uns die Dunkelheit. Zwei Stunden später und immer noch in den Kletterschuhen unterwegs trafen wir schließlich etwas oberhalb des Lagers auf den Rest der Truppe. Sie hatten sich Sorgen gemacht und das nicht unberechtigt. Wären wir vor der Dunkelheit nicht mehr bis zum Ausstieg gekommen, hätten wir ohne jeglichen Schutz in der Wand übernachten müssten und das kann schlimme Folgen haben.

Trotz vielen Angstmomenten, Moskitos ohne Ende, heikle Situationen und Phasen in denen ich am liebsten zu Haus in meinem Bett aufgewacht wäre, war dies ein Urlaub der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Nicht nur wegen der einzigartigen Kletterei, den enormen Felswänden sonder auch wegen den einzigartigen Erlebnissen in der Gruppe und den Momenten der Einsamkeit in einer derartig unglaublichen Landschaft.

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